Besteht der Verdacht, dass ein Kind an einem Paukenerguss leidet, ist es ratsam, zeitnah eine HNO-Fachärztin oder einen HNO-Facharzt aufzusuchen, da eine Hörminderung im Kindesalter weitreichende Konsequenzen haben kann.
Zur Abklärung der Diagnose werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:
Auf Basis dieser Befunde kann die Diagnose zuverlässig gestellt und das weitere Vorgehen geplant werden. In der Regel empfiehlt es sich, zunächst konservative Therapiemaßnahmen auszuschöpfen, bevor über weiterführende Schritte nachgedacht wird.
Besteht ein Paukenerguss trotz konsequenter konservativer Therapie länger als drei Monate, spricht man von einem chronischen Paukenerguss, der auch als Seromukotympanon bezeichnet wird. In diesem Fall sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden.
In einem ersten Schritt wird häufig eine sogenannte Parazentese durchgeführt. Dabei setzt die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt einen kleinen Schnitt in das Trommelfell, um die Flüssigkeit aus dem Mittelohr abzusaugen und den Druck zu entlasten.
Sind die Rachendachmandeln (Adenoide) vergrößert und tragen somit zur Belüftungsstörung des Mittelohrs bei, können diese im selben Eingriff mitentfernt werden.
Bei wiederkehrenden Paukenergüssen, bei fehlenden oder bereits entfernten Rachendachmandeln und/oder bei sehr zähem Sekret empfiehlt sich zusätzlich das Einsetzen eines sogenannten Paukenröhrchens in das Trommelfell. Dieses sorgt für eine dauerhafte Belüftung des Mittelohrs und verhindert, dass sich erneut Flüssigkeit ansammelt.
In vielen Fällen bildet sich ein Paukenerguss von selbst zurück, insbesondere dann, wenn die auslösende Erkrankung – zum Beispiel eine Mittelohrentzündung – abheilt. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, gibt es mehrere effektive Maßnahmen:
Unabhängig von der gewählten Therapie sollte ein Paukenerguss regelmäßig ärztlich kontrolliert werden – inklusive Hörtest, um mögliche Hörminderungen rechtzeitig zu erkennen.
Ein Paukenerguss bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, die durch eine gestörte Belüftung über die Ohrtrompete entsteht. In der Folge bildet sich ein Unterdruck, wodurch die Schleimhaut vermehrt Flüssigkeit absondert, die sich hinter dem Trommelfell sammelt. Auslöser sind meist Infektionen, Allergien oder vergrößerte Rachenmandeln.
Ein Paukenerguss kann zu einem Druckgefühl, einem verminderten Hörvermögen und – insbesondere bei Kindern – zu Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung führen.
Die Flüssigkeit entsteht durch einen gestörten Abfluss aus dem Mittelohr (Paukenhöhle), meist infolge einer Infektion der oberen Atemwege, verstopften Eustachischen Röhre oder einer durch Allergien verursachten Schwellung. Auch vergrößerte Rachenmandeln können den Abfluss behindern. Das Sekret sammelt sich hinter dem Trommelfell, was zum Paukenerguss führt.
Auch Erwachsene können einen Paukenerguss bekommen. Deutlich häufiger kommt ein Paukenerguss jedoch bei Kindern vor. Grund dafür ist die Form der Ohrtrompete (Eustachische Röhre): Sie ist im Kindesalter kürzer und enger, sodass Erreger leichter eindringen können.
In den meisten Fällen bildet sich ein Paukenerguss innerhalb weniger Wochen von selbst zurück. Fließt die Flüssigkeit dann jedoch nicht ab, spricht man von einem chronischen Paukenerguss, der mehrere Monate anhalten kann und ärztlich überwacht werden sollte.
Ein Paukenerguss löst sich in vielen Fällen von selbst. Unterstützend können konservative Maßnahmen wie abschwellende Nasensprays, Autoinflation (Ausgleichen des Unterdrucks), Dampfbäder oder – bei bakterieller oder allergischer Ursache – Medikamente eingesetzt werden.
Die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt untersucht zunächst das Trommelfell (Ohrmikroskopie) und prüft die Schwingungsfähigkeit (Tympanometrie). Außerdem wird – wenn möglich – ein Hörtest durchgeführt. Auf Basis dieser Befunde wird entschieden, ob eine konservative Behandlung ausreichend ist oder ob operative Maßnahmen wie eine Parazentese oder das Einsetzen eines Paukenröhrchens sinnvoll sind.
Unbehandelt kann ein Paukenerguss über Wochen oder Monate bestehen bleiben. Dies kann zu reduziertem Hörvermögen, verschlechtertem Sprachverständnis und – besonders bei Kindern – Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung führen. Zudem steigt das Risiko für Mittelohrentzündungen, wenn Bakterien oder Viren in die Flüssigkeit gelangen.
Ja, ein Paukenerguss kann erneut auftreten, insbesondere bei wiederholten Infekten der oberen Atemwege oder bei bestehenden Risikofaktoren wie vergrößerten Rachenmandeln. In solchen Fällen kann die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt zusätzliche Maßnahmen empfehlen, etwa einen Schnitt ins Trommelfell oder das Setzen eines Paukenröhrchens.
Eltern können die Heilung unterstützen, indem sie konservative Maßnahmen wie Nasenspülungen oder Autoinflation (Ausgleichen des Unterdrucks) anwenden und regelmäßige Untersuchungen bei der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt wahrnehmen.
Nein, bei einem Paukenerguss ist Fliegen nicht empfehlenswert. Durch einen Paukenerguss kann es während des Flugs zu einem gestörten Druckausgleich kommen. Folgeschäden sind deshalb nicht auszuschließen. Bei Verdacht auf einen Paukenerguss ist es deshalb ratsam, vor dem Abflug eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt aufzusuchen.