Hörsturz: Ursachen, Symptome & Behandlung

Das Wichtigste zu Hörstürzen in Kürze

Was ist ein Hörsturz?

Bei einem Hörsturz kommt es zu einer plötzlichen Verschlechterung des Hörvermögens, meist ohne erkennbare Ursache. Der Hörverlust kann dabei gering bis stark ausfallen: Manche Betroffene berichten von einer leichten Schwerhörigkeit, andere hören gar nichts mehr. Je nach Ausprägung kann ein Hörsturz zu erheblichen Unannehmlichkeiten führen.

In Österreich sind jährlich etwa 2.000 – 3.000 Menschen von einem akuten Hörsturz (akuter Hörverlust) betroffen. Wiederkehrende Hörstürze sind eher selten, kommen jedoch vor.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Hörsturz – einschließlich der möglichen Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention.

Symptome: Anzeichen für einen Hörsturz

Bei einem Hörsturz kommt es zu einem plötzlichen Hörverlust. Die Hörminderung ist in den meisten Fällen einseitig, kann aber auch beide Ohren betreffen. Viele Betroffene berichten von einem gedämpften Hörerlebnis, als hätten sie Watte im Ohr.

Die Hörprobleme können leicht bis stark ausgeprägt sein und verschiedene Tonhöhenbereiche betreffen. Oft werden nur hohe oder tiefe Töne schlechter wahrgenommen (Hochton- bzw. Tieftonschwerhörigkeit). Es können aber auch mehrere Frequenzbereiche betroffen sein.

Hinzu kommen bei einem Hörsturz häufig folgende Beschwerden:

Wichtig: Die Symptome beim akuten Hörsturz können variieren und sollten in jedem Fall ernst genommen werden. Wenn typische Anzeichen auftreten, sollte ärztlicher Rat gesucht werden, um die richtige Diagnose und Behandlung zu erhalten. Bleibt ein Hörsturz unbehandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Ursachen eines Hörsturzes

Trotz intensiver Forschung kann nur in seltenen Fällen die Ursache für einen Hörsturz gefunden werden. Diverse Theorien zur Entstehung eines Hörsturzes werden weiterhin diskutiert. Viele Fachleute gehen davon aus, dass Durchblutungsstörungen im Innenohr oder Entzündungen eine Rolle spielen können.

Vermutete Risikofaktoren für einen Hörsturz sind:

Uneinig sind sich Expert:innen bei Virusinfektionen, es fehlt noch der eindeutige Nachweis dafür, dass sie Auslöser eines Hörsturzes sein können.

Behandlung eines Hörsturzes durch den HNO-Arzt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hörsturz zu behandeln. Dazu gehören:

Therapie mit Kortison

Häufig wird bei fehlenden Kontraindikationen die Kurzzeitgabe von Kortison in Erwägung gezogen. Eine frühzeitige Therapieeinleitung zeigte geringgradig bessere Heilungsraten in Studien. Wenn die klassische Therapieform keine Besserung bringt, kann das direkte Einbringen von Kortison ins Mittelohr ein nächster Schritt sein.

Verbesserung der Hörfähigkeit nach einem Hörsturz

Bleibt eine Besserung nach einem Hörsturz aus, kann die Hörverarbeitung gestört bleiben und es zu Verarbeitungsproblemen in der Wahrnehmung von Alltagsgeräuschen kommen. Je nach Ausprägung des Hörsturzes und dem zeitlichen Abstand zum Ereignis ist es wichtig, die Hörleistung wieder zu verbessern. Dies kann mit Hörgeräten oder, bei Taubheit nach einem Hörsturz, mit einem künstlichen Innenohr (einem sogenannten Cochlea-Implantat) erreicht werden.

Weiterführende Therapiemöglichkeiten

Wenn die Akuttherapie des Hörsturzes mittels Kortison keine Besserung brachte, die Hörleistung vermindert geblieben ist und die Geräuschüberempfindlichkeit als sehr unangenehm wahrgenommen wird, ist es dennoch wichtig, sich den Geräuschen zu stellen und eine weiterführende Therapie einzuleiten.
Gemeinsam ist allen weiterführenden Therapieformen eine Unterstützung der Betroffenen durch aktive Aufklärung über die Erkrankung sowie eine Stärkung der Psyche (gegebenenfalls inkl. begleitender Psychotherapie) und eine Wiedergewöhnung an Geräusche und Lärm.
Hören kann im täglichen Umfeld trainiert werden. Zu Beginn empfiehlt es sich, sich auf Geräusche wie das Rasseln von Blättern, Vogelgesang oder das Rauschen von Wasser zu konzentrieren. Absolute Stille soll auf jeden Fall vermieden werden – hier können zum Beispiel ein Zimmerbrunnen, leise Musik oder ein Standventilator hilfreich sein.

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Mögliche Folgen eines Hörsturzes

Ein Hörsturz kann – je nach Schweregrad und Zeitpunkt der Behandlung – unterschiedliche Folgen haben. In vielen Fällen kehrt das Hörvermögen wieder vollständig zurück.

In manchen Fällen kann das Gehör dauerhaft beeinträchtigt bleiben. Betroffene berichten häufig über ein verändertes Hörgefühl oder Hördefizit auf einer Seite. Auch Ohrgeräusche (Tinnitus) treten häufig im Zusammenhang mit einem Hörsturz auf und können langfristig bestehen bleiben. In manchen Fällen berichten Patient:innen auch von Schwindelgefühlen.

Hyperakusis (Geräuschüber­empfindlichkeit)

Neben der Hörleistung können durch einen Hörsturz auch die körpereigenen Filtermechanismen geschädigt werden. In weiterer Folge kann sich daraus eine verstärkte Empfindlichkeit bereits gegenüber leisen Geräuschen entwickeln. Dies wird als Hyperakusis bezeichnet.

Andere Ursachen wie chronischer Lärm, sehr laute Geräusche oder gewisse Medikamente können genauso zu einer Schädigung der Filterfunktion führen, ebenso wie psychische Belastung, Depressionen oder Burn-out. In Folge einer Hyperakusis vermeiden viele Betroffene belastende Situationen, sodass ein sozialer Rückzug die Folge sein kann.

Wird hier nicht rechtzeitig therapiert, werden in vielen Fällen bereits Alltagsgeräusche normaler oder leiser Lautstärke als zu laut empfunden – etwa das Ticken einer Uhr. Auf der Suche nach Linderung schotten viele Patienten ihre Ohren mit Ohrstöpseln komplett ab. Diese Reizunterdrückung kann zur Gewöhnung an Stille führen, wodurch das Leiden im Verlauf noch weiter verschärft wird.

Häufige Fragen zum Thema Hörsturz

Was sind die Symptome eines Hörsturzes?

Typische Symptome eines Hörsturzes sind plötzlicher Hörverlust, der meist einseitig auftritt. Die Hörminderung kann in Kombination mit weiteren Beschwerden auftreten. Häufig sind Ohrgeräusche wie Klingeln oder Rauschen (Tinnitus) sowie ein unangenehmer Druck im Ohr. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl, als hätten sie Watte im Ohr. Manchmal kommen auch Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen vor, da das Innenohr nicht nur für das Hören, sondern auch für das Gleichgewicht verantwortlich ist.

Die Ursachen eines Hörsturzes sind oft unklar („idiopathischer Hörsturz“). Es wird angenommen, dass Durchblutungsstörungen bzw. mangelnde Sauerstoffversorgung im Innenohr oder Entzündungen eine Rolle spielen können. Verschiedene Faktoren wie hoher Blutdruck, Stress, Rauchen und Infektionen können das Risiko erhöhen. Ein plötzlicher Hörverlust kann auch durch bestimmte Krankheiten oder eine Schädigung des Hörnervs verursacht werden – in diesen Fällen handelt es sich jedoch nicht um einen klassischen (idiopathischen) Hörsturz, da eine erkennbare Ursache vorliegt.

Eine plötzlich einsetzende Hörminderung sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Hals-Nasen-Ohrenärzt:innen sind die richtigen Ansprechpartner:innen bei einem Hörsturz.

Ein Hörsturz ist für viele Menschen etwas sehr Beunruhigendes, aber an sich in der Regel nicht lebensbedrohlich. Trotzdem sollte ein akuter Hörverlust immer ernst genommen und wenn möglich kurzfristig abgeklärt werden. Die plötzliche Beeinträchtigung des Hörvermögens kann zu Problemen in verschiedenen Lebensbereichen führen, einschließlich der Kommunikation, Arbeit und sozialen Interaktion. Darüber hinaus kann ein Hörsturz psychische Belastungen wie Angst und Depressionen verursachen. Daher sollte ein plötzlicher Hörverlust immer abgeklärt werden – Ihr HNO-Arzt oder Ihre HNO-Ärztin steht Ihnen hier gerne zur Verfügung.

Ein Hörsturz kann sich spontan verbessern. Die spontane Besserungsrate wird mit etwa 40 – 60 % in der Literatur angegeben, wobei eine spontane Besserung auch nach mehreren Monaten möglich ist. Dennoch sollte ein Hörsturz immer rasch ärztlich abgeklärt werden: Eine frühzeitige Behandlung kann die Chancen auf eine vollständige oder teilweise Wiederherstellung des Hörvermögens deutlich verbessern.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose eines Hörsturzes erfolgt in der Regel durch eine audiologische Untersuchung, bei der das Hörvermögen genau überprüft wird. Ergänzend können weitere Tests, etwa eine Audiometrie oder eine Kernspintomographie, notwendig sein, um andere Ursachen auszuschließen.

Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad des Hörsturzes ab. Die Therapie kann Medikamente wie Kortikosteroide, spezielle Hörübungen oder andere therapeutische Ansätze umfassen.

Leider ja, ein Hörsturz kann wiederkehren. Nach einem ersten Ereignis ist es schwer vorherzusagen, ob und wann es zu einem erneuten Hörsturz kommen könnte. Verschiedene Faktoren wie Stress, Vorerkrankungen oder eine ungesunde Lebensweise können das Risiko erhöhen. Daher ist es wichtig, frühzeitig auf Warnsignale zu achten, Risikofaktoren im Blick zu behalten und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Eine gesunde Lebensführung und regelmäßige HNO-Kontrollen können dazu beitragen, das Risiko eines erneuten Hörsturzes zu minimieren.

Prinzipiell ja – ein Hörsturz kann sich spontan innerhalb weniger Wochen oder sogar erst nach Monaten verbessern. Es gibt aber leider keine Garantie dafür. Die Verbesserung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Schwere des Hörsturzes, die zugrunde liegende Ursache, die Behandlung und der individuelle Heilungsverlauf. Dennoch ist ein Arztbesuch unerlässlich, um eine angemessene Behandlung einzuleiten und die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

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