Gehörgangs­entzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung in Wien

Das Wichtigste zu Gehörgangs­entzündungen in Kürze

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Formen der Gehörgangs­entzündung

Es lassen sich verschiedene Formen der Gehörgangsentzündung unterscheiden:

Die Otitis externa diffusa ist die häufigste Form der Gehörgangsentzündung. Dabei sind vor allem die Haut (Cutis) und die Unterhaut (Subcutis) des Gehörgangs betroffen. In weiterer Folge kann sich die Entzündung auch auf das Trommelfell (Myringitis) und / oder auf Komponenten des äußeren Ohres ausbreiten.

Die Otitis externa circumscripta wird auch Gehörgangsfurunkel genannt. Es handelt sich um eine punktuelle Entzündung eines Haarbalgs.

Die Otitis externa maligna ist eine besonders schwere Verlaufsform der Gehörgangsentzündung. Sie tritt in der Regel bei Diabetiker:innen und Immungeschwächten auf und wird durch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa verursacht.

Eine chronische Otitis externa ist eine Gehörgangsentzündung, die mehrere Monate lang andauert oder in kurzen Abständen immer wieder auftritt. Sie kann zum Beispiel dann entstehen, wenn eine akute Otitis externa nicht richtig behandelt wird.

Wodurch eine Gehörgangsentzündung verursacht wird, wie man sie erkennt und was man gegen die Schmerzen tun kann, erfahren Sie hier – mit Tipps von HNO-Arzt Dr. Stefan Edlinger.

Ursachen für eine Gehörgangs­entzündung

Eine Otitis externa wird meist durch Bakterien ausgelöst. Seltener können auch Viren oder Pilze zu einer Gehörgangsentzündung führen.

Die häufigste Ursache für eine Entzündung ist verschmutztes Badewasser, das im Gehörgang verbleibt. Aber Achtung: auch ganz ohne Badewasser kann es zu schmerzhaften Gehörgangsentzündungen kommen.

In seltenen Fällen kann eine Gehörgangsentzündung auch aufgrund eines Gehörgangsekzems entstehen.

Symptome

Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) zeigt sich durch verschiedene Symptome, die oft zunächst mild beginnen und sich im Verlauf verschlimmern können.

Besonders einseitige Ohrenschmerzen gelten als typisches Anzeichen und sollten nicht ignoriert werden. Hierzu zählt auch der typische Tragusdruckschmerz (Druck von außen auf den Knorpel vor dem Gehörgang).

Frühe Anzeichen einer Gehörgangsentzündung

In den meisten Fällen beginnt eine Gehörgangsentzündung mit einem Juckreiz im betroffenen Ohr. Dieser Juckreiz entsteht durch die Reizung der empfindlichen Haut im Gehörgang, die oft durch Keime, Wasser oder unsachgemäße Reinigung geschädigt wurde.

In dieser frühen Phase kann das Ohr bei der Untersuchung durch den HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin noch relativ normal aussehen oder nur eine leichte Rötung aufweisen. Werden die Symptome nicht behandelt, besteht jedoch das Risiko, dass sich die Beschwerden rasch verschlimmern.

Fortschreitende Symptome und Schmerzverstärkung

Mit der Zeit können brennende Schmerzen im Gehörgang auftreten, die charakteristisch für eine Gehörgangsentzündung sind. Diese Schmerzen verstärken sich typischerweise:

Der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin stellt in diesem Stadium oft eine deutliche Schwellung und Rötung des Gehörgangs fest. In manchen Fällen ist das Trommelfell nicht mehr vollständig einsehbar, da die Schwellung den Gehörgang blockiert. Dies erschwert die Diagnose und schließt eine Beteiligung von Trommelfell oder Mittelohr nicht aus.

Begleitsymptome einer Gehörgangsentzündung

Zu den weiteren Beschwerden, die bei einer Gehörgangsentzündung auftreten können, gehören:

Wie kann man einer Gehörgangs­entzündung vorbeugen?

Regelmäßige Ohrenreinigung beim HNO-Arzt

Vorbeugend empfiehlt es sich, regelmäßig (insbesondere vor Beginn der Badesaison) den HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin aufzusuchen und die Ohren reinigen zu lassen. Denn bei vermehrter Ohrenschmalzproduktion und engen Gehörgängen kann schmutziges Badewasser für längere Zeit im Gehörgang verbleiben und der natürliche Schutzfilm der Gehörgangshaut geschädigt werden. Keime können in Folge eine schmerzhafte Entzündung verursachen.

Gehörgang nach Kontakt mit Badewasser ausspülen

Zusätzlich zu einem Besuch in der HNO-Ordination empfiehlt es sich, die Ohren nach jedem Kontakt mit Badewasser mit frischem Wasser auszuspülen (Dusche). Anschließend kann verbliebenes Wasser mit gezielten Kopfbewegungen aus dem Gehörgang befördert oder mit einem Föhn getrocknet werden.

Keine Wattestäbchen und Selbstreinigungsversuche

Generell ist von Wattestäbchen und Selbstreinigungsversuchen abzuraten, da hierdurch das physiologische Milieu der Gehörgänge gestört werden kann und Verletzungen der Gehörgangshaut und am Trommelfell verursacht werden können.

Weitere Risikofaktoren

Weitere Risikofaktoren sind der übermäßige Einsatz von Seife und Shampoos im Ohrbereich, die Neigung zu Ekzemen, ein Diabetes mellitus, Neurodermitis, Schuppenflechte oder anatomische Variationen. Zu diesen zählen unter anderem enge Gehörgänge. Dadurch kann Wasser länger im äußeren Ohr verbleiben, es verdunstet verlangsamt, die Haut wird aufgeweicht, der natürliche Schutzfilm wird geschädigt, Keime können sich vermehren und durch die vorgeschädigte Haut leichter eindringen. Die Hautbarriere wird überwunden.

Was kann der HNO-Arzt bei einer Gehörgangs­entzündung tun?

Die Behandlung einer Gehörgangsentzündung hängt von der Schwere der Erkrankung ab und beginnt mit einer professionellen Reinigung in der HNO-Praxis.

Gründliche Reinigung des Gehörganges

Eine der ersten Maßnahmen bei einer Gehörgangsentzündung ist die gründliche Reinigung des Gehörgangs. Der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin entfernt überschüssiges Ohrenschmalz, entzündliches Sekret oder mögliche Fremdkörper und Schmutz, die die Entzündung verstärken könnten. Diese Reinigung schafft die Basis für eine erfolgreiche Behandlung, da nur ein sauberer Gehörgang effektiv mit Medikamenten behandelt werden kann.

Einlage von medikamentösen Streifen

Nach der Reinigung erfolgt in den meisten Fällen die Einlage eines medikamentösen Streifens, der direkt in den Gehörgang eingeführt wird. Dieser Streifen wird mit

  • Breitbandantibiotika zur Bekämpfung bakterieller Infektionen,
  • desinfizierenden Substanzen zur Reduktion von Krankheitserregern und
  • abschwellenden Medikamenten zur Linderung von Schwellungen und Schmerzen getränkt.


Streifen sorgt dafür, dass die Medikamente über einen längeren Zeitraum direkt an der entzündeten Stelle wirken können. In der Regel wird der Streifen nach ein bis zwei Tagen gewechselt, bis die Entzündung zurückgeht.

Linderung der Symptome

Begleitend zur lokalen Therapie können bei starken Schmerzen oder ausgeprägter Entzündung entzündungshemmende Schmerzmittel verschrieben werden. Diese helfen nicht nur, die Beschwerden zu lindern, sondern reduzieren auch die Schwellung im Gehörgang.

Unterscheidung zwischen Gehörgangs­entzündung und Mittelohr­entzündung

Ein:e erfahrene:r HNO-Spezialist:in prüft bei der Untersuchung auch, ob zusätzlich eine Mittelohrentzündung vorliegt.

Während eine Mittelohrentzündung häufig mit Fieber, dumpfem Hören und einem entzündeten Trommelfell einhergeht, konzentriert sich die Gehörgangsentzündung auf den äußeren Gehörgang. Bei geschwollenen Gehörgängen ist das Trommelfell oft nicht direkt sichtbar, weshalb eine gründliche Diagnostik notwendig ist.

Was tun bei einer Gehörgangs­entzündung?

Bei ersten Anzeichen wie Ohrenschmerzen, Juckreiz oder Rötung im Gehörgang sollte man zeitnah einen HNO-Arzt oder eine HNO-Ärztin aufsuchen.

Außerdem können Sie selbst einige Maßnahmen ergreifen, um den Heilungsprozess zu unterstützen:

Selbsthilfe bei regelmäßigen Gehörgangs­entzündungen

Wer immer wieder unter Gehörgangsentzündungen leidet, kann verschiedene Selbsthilfe-Maßnahmen setzen:

Wie lange dauert eine Gehörgangs­entzündung?

Die Dauer einer Gehörgangsentzündung hängt von der Schwere der Entzündung und der gewählten Behandlung ab. Bei rechtzeitiger und professioneller Therapie klingen die meisten Beschwerden innerhalb von 7–10 Tagen ab.

In schwereren Fällen, wie z. B. bei einer Otitis externa maligna (die vor allem Diabetiker:innen oder immungeschwächte Personen betrifft), kann die Behandlung jedoch länger dauern und intensive Maßnahmen erfordern.

Häufige Fragen rund ums Thema Gehörgangs­entzündung

Was ist eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa)?

Das Ohr besteht aus dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Der Gehörgang gehört zum äußeren Ohr und liegt zwischen Mittelohr und Ohrmuschel. Bei einer Gehörgangsentzündung (Otitis externa), einer Form der Ohrenentzündung, kommt es zu einer Entzündung der Haut zwischen Ohrmuschel und Trommelfell.

Auslöser einer Gehörgangsentzündung sind meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze. Einflüsse wie enge Gehörgänge, Gebrauch von Wattestäbchen oder auch In-Ear-Kopfhörern, Eintritt und Verbleib von schmutzigem Badewasser können die Entstehung begünstigen. Daher sind Gehörgangsentzündungen besonders in der Badesaison häufig, da Schwimmen und Tauchen zu den klassischen Risikofaktoren einer Gehörgangsentzündung zählen.

Bei einer Gehörgangsentzündung kommt es zu einseitigen Ohrenschmerzen. Diese verstärken sich bei Zug an der Ohrmuschel bzw. bei Druck mit dem Finger auf den Knorpel vor dem Gehörgangseingang (Tragusdruckschmerz). Typische Symptome einer Gehörgangsentzündung sind eine Rötung und Schwellung des äußeren Gehörgangs. In manchen Fällen kann sogar die Ohrmuschel oder die Wange geschwollen und / oder gerötet sein. Austritt von Sekret aus dem Gehörgang und Hörminderung sind ebenso regelmäßig zu finden.

Von klassischen Hausmitteln wie Ölen, Zwiebelsäckchen oder Alkoholspülungen ist eher abzuraten, da diese die empfindliche Haut im Ohr reizen oder die Entzündung verschlimmern können. Sinnvoll ist hingegen, das betroffene Ohr trocken zu halten und auf weitere Reizung zu verzichten. Bei wiederkehrenden Entzündungen kann in Rücksprache mit dem HNO-Arzt bzw. der HNO-Ärztin ein spezielles Ohrenöl oder eine Pflegelösung den natürlichen Schutzfilm der Haut unterstützen.

Ist eine Gehörgangsentzündung ansteckend?

Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) ist in der Regel nicht ansteckend. Sie entsteht meist durch Bakterien, die sich im feucht-warmen Milieu des Gehörgangs vermehren, beispielsweise nach dem Schwimmen oder durch Verletzungen der Haut. Da die Infektion lokal begrenzt bleibt, besteht normalerweise keine Ansteckungsgefahr für andere Personen.

Halten die Beschwerden trotz Behandlung länger an oder kehren sie immer wieder, sollte unbedingt eine erneute Untersuchung in der HNO-Ordination erfolgen. Dabei wird geprüft, ob eine chronische Otitis externa, eine Pilzinfektion oder andere Ursachen wie Hauterkrankungen (z. B. Ekzeme oder Schuppenflechte) vorliegen. In solchen Fällen kann eine angepasste Therapie mit speziellen Medikamenten notwendig sein.

In den meisten Fällen genügt eine lokale Behandlung mit antibiotikahaltigen Ohrentropfen oder medikamentösen Streifen, die direkt in den Gehörgang eingelegt werden. Der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin ist dafür Ihr:e richtige:r Ansprechpartner:in.

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Hinweise zur Vorbereitung

Für den Erstbesuch sind keine speziellen Vorbereitungen notwendig. 



Es wird empfohlen:
• e-card und Lichtbildausweis mitzubringen
• Vorhandene medizinische Befunde und Medikamentenliste
 bereitzuhalten
• Etwa 5 Minuten vor dem Termin in der Ordination einzutreffen
 (Spielecke vorhanden)

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Schloßhofer Straße 4, 1210 Wien

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