Schwindel: Formen, Diagnose und Behandlung aus HNO-Sicht

Das Wichtigste zu Schwindel in Kürze:

  • Schwindel ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen und entsteht durch Störungen im Gleichgewichtssystem von Augen, Innenohr, Muskeln, Gelenken und Gehirn.
  • Aus HNO-Sicht stehen bei Schwindel Erkrankungen von Innenohr und Gleichgewichtsorgan (z. B. Menière-Krankheit, lagerungsbedingter Schwindel) im Vordergrund. Diese führen häufig zu Drehschwindel mit Übelkeit.
  • Die Diagnose erfolgt vor allem durch eine gezielte Befragung und Untersuchung bei der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt – bei Bedarf ergänzt durch weitere Fachdisziplinen.
  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Schwindels und umfasst Lagerungs- und Befreiungsmanöver, Gleichgewichtstraining, Medikamente und gegebenenfalls operative Maßnahmen.
  • Betroffene können aktiv mithelfen, die Symptome zu reduzieren, etwa durch angeleitetes Gleichgewichtstraining und das Meiden individueller Auslöser.

Wie entsteht Schwindel?

Schwindel ist nicht gleich Schwindel: Gleichgewichtsstörungen können viele verschiedene Ursachen haben. Das Gleichgewichtssystem bezieht seine Informationen aus drei Hauptquellen: den Augen, dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr und Rezeptoren in Muskeln und Gelenken. Die Verarbeitung der Reize erfolgt im Gehirn.

Störungen an einem dieser Orte, an den Nervenverbindungen oder an Blutgefäßen, können den Gleichgewichtssinn beeinträchtigen und Schwindelanfälle auslösen. Das Ergebnis: Betroffene fühlen sich, je nach Art des Schwindels, eher wie auf einer Bootsfahrt oder einer Karussellfahrt.

Schwindelformen

Drehschwindel

Typischerweise findet sich bei Störungen im Bereich des Innenohrs ein ausgeprägter Drehschwindel, häufig kombiniert mit Übelkeit und Erbrechen.

Viele Schwindelpatient:innen berichten, dass sich die Umgebung dreht oder sie sich fühlen, als würden sie eine Fahrt auf einem Karussell machen.

Schwankschwindel

Betroffene beschreiben bei dieser Art des Schwindels ein unsicheres Gangbild und das Gefühl, der Boden schwanke unter den Füßen. Wer schon einmal eine Bootsfahrt auf rauer See erlebt hat, kann dieses Schwindelgefühl nachvollziehen.

Je nach Ursache können weitere Symptome wie Hörverlust, Ohrgeräusche, Druckgefühl im Ohr, Kopfschmerzen oder neurologische Ausfälle hinzukommen.

Konservative Behandlungsmethoden

Vestibuläre Migräne ist eine spezielle Art der Migräne und äußert sich durch starke Schwindelanfälle. Die Schwindelgefühle werden zudem oft von den für Migräne typischen Symptomen wie Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehstörungen begleitet. Bei einer vestibulären Migräne können sowohl Dreh- als auch Schwankschwindel auftreten.

Mögliche Ursachen von Schwindelgefühlen

Erkrankungen von Innenohr und Gleichgewichtsorgan

Aus HNO-Sicht sind bei den möglichen Auslösern von Schwindel insbesondere das periphere Gleichgewichtsorgan im Innenohr und der Gleichgewichtsnerv von Bedeutung.

Zu den Erkrankungen, die häufig Schwindel auslösen, zählen unter anderem die Menière-Krankheit und der lagerungsbedingte Schwindel.

Während sich die Menière-Krankheit durch wiederkehrende Schwindelattacken mit Hörverlust, Ohrgeräuschen und Druckgefühl im Ohr bemerkbar machen kann, zeigt sich ein Lagerungsschwindel oft durch kurze, aber heftige Drehschwindelanfälle bei bestimmten Kopf- oder Lageänderungen.

Weitere körperliche und psychische Ursachen

Neben den bereits genannten Ursachen für Schwindel aus HNO-Sicht gibt es zahlreiche andere. Dazu zählen Wirbelsäulen- und Gelenksveränderungen, Blutdruckprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutzuckerschwankungen, Fehlsichtigkeit, bestimmte Medikamentennebenwirkungen, Alkohol, Erkrankungen der peripheren Nerven oder eine vestibuläre Migräne. All diese Faktoren können die verschiedenen Schwindelformen auslösen.

Ebenso können psychische und emotionale Faktoren Schwindel und Benommenheit zusätzlich verstärken – insbesondere bei chronischen Beschwerden.

Mit zunehmendem Alter treten Gleichgewichtsprobleme häufiger auf, deren eindeutige Ursache sich allerdings nicht immer feststellen lässt.

Wie wird Schwindel beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt?

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Diagnose ist eine sorgfältige Anamnese durch eine Fachärztin oder einen Facharzt. Dabei werden unter anderem die Art des Schwindels (Dreh- oder Schwankschwindel), das Auftreten bei Lageänderungen, mögliche auslösende Faktoren sowie Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Hörstörungen erfragt.

Gemeinsame Abklärung mit Neurologen und Internisten

Im klinischen Alltag ist es wichtig, ein akutes neurologisches Geschehen wie einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung auszuschließen. Hinweise darauf können Sprach-, Seh- oder Schluckstörungen, Lähmungen oder eine Bewusstseinsstörung sein. Sie erfordern unverzüglich weitere Befunde und eine rasche, weiterführende Diagnostik durch Neurologie und Bildgebung (z. B. MRT).

Zur Diagnosesicherung ist daher eine gemeinsame Abklärung mit Neurologen, Internisten, Augenärzten, Radiologen und Orthopäden angebracht.

Die richtige Therapie: Wie wird Schwindel behandelt?

Physikalische Maßnahmen

Die Therapie von Schwindelanfällen richtet sich immer nach deren Ursache.

Die Behandlung reicht von einfachen Lagerungs- und Befreiungsmanövern, bei denen gelöste Kristalle im Ohr durch bestimmte Kopf- und Körperpositionen wieder an den richtigen Ort gebracht werden, über physikalische Maßnahmen und Gleichgewichtstraining bis hin zu operativen Eingriffen, etwa bei Tumoren im Bereich des Gleichgewichtsnervs.

Patienten können Gleichgewicht gezielt trainieren

Mithilfe eines gezielten Gleichgewichtstrainings können Betroffene ihren Gleichgewichtssinn aktiv stärken und so dazu beitragen, Gleichgewichtsstörungen langfristig zu reduzieren. Gerade zu Beginn sollte ein solches Training nur unter Anleitung und mit Unterstützung durchgeführt werden, um Stürze zu vermeiden.

Gute Anleitungen finden Sie z. B. auf youtube.com – Suchbegriff Gleichgewichtstraining.

Medikamente gegen Schwindel

Bestimmte Medikamente können Schwindel dämpfen, Übelkeit und Erbrechen lindern sowie weitere Schwindelattacken verhindern.

Bei bestimmten Schwindelformen kann es sinnvoll sein, die Medikamente direkt durch das Trommelfell in das Mittelohr zu spritzen.

Bei chronischem Schwindel im Alter zeigten einige pflanzliche Präparate gute Ergebnisse.

Häufige Fragen zu Schwindel

Was kann die Ursache für Schwindel sein?

Schwindel kann viele Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind beispielsweise: Erkrankungen des Innenohrs oder des Gleichgewichtsorgans, Herz-Kreislauf-Probleme, Störungen des Nervensystems, Nebenwirkungen von Medikamenten oder psychische Belastungen.

Schwindel kann zwar harmlos sein, sollte aber immer ernst genommen werden, wenn er plötzlich und stark auftritt. Begleitende Symptome wie Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Schluckstörungen können Warnzeichen für einen Schlaganfall sein und müssen sofort ärztlich abgeklärt werden.

Bei reduziertem Hörvermögen, wiederholten Ohrgeräuschen oder Druck im Ohr, die länger anhalten oder den Alltag deutlich einschränken, sollte ein HNO-Arzt konsultiert werden. Bei plötzlichem, sehr starkem Schwindel oder zusätzlichen neurologischen Symptomen ist eine sofortige notfallmäßige Abklärung erforderlich.

Im HNO-Bereich unterscheidet man vor allem zwischen Drehschwindel und Schwankschwindel. Anhand der Beschwerden, der Dauer, der Begleitsymptome und der Untersuchungsergebnisse können Rückschlüsse auf die Ursachen, wie beispielsweise lagerungsbedingter Schwindel, die Menière-Krankheit oder vestibuläre Migräne, gezogen werden.

Das Gleichgewichtsorgan und der Hörnerv sitzen im Innenohr und senden wichtige Informationen über Lage und Bewegung des Körpers an das Gehirn. Störungen in diesem Bereich, wie sie bei der Menière-Krankheit oder beim lagerungsbedingten Schwindel auftreten, führen häufig zu Drehschwindel, Übelkeit und Gangunsicherheit.

Wie viel zahlt die Krankenkasse in Österreich bei einem Hörgerät dazu?

Ja, bei der sogenannten vestibulären Migräne stehen wiederkehrende Schwindelanfälle im Vordergrund, die oft von Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit begleitet werden. Diese Form der Migräne kann sowohl Dreh- als auch Schwankschwindel verursachen und muss neurologisch abgeklärt werden.

Der HNO-Arzt beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, bei der er das Gleichgewicht, die Augenbewegungen und die Ohren prüft. Ergänzend können Hörtests, spezielle Gleichgewichtsuntersuchungen sowie, bei Bedarf, Überweisungen zur Bildgebung, beispielsweise MRT oder CT, erfolgen.

Je nach Ursache kommen Lagerungs- und Befreiungsmanöver, Gleichgewichtstraining, eine medikamentöse Therapie oder in Einzelfällen operative Eingriffe infrage. Das Ziel besteht darin, die Auslöser zu behandeln, Schwindelanfälle zu reduzieren und das Gleichgewichtssystem langfristig zu stabilisieren.

Betroffene können durch gezieltes, angeleitetes Gleichgewichtstraining, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, langsames Aufstehen und das Meiden bekannter Auslöser selbst zur Besserung beitragen. Bei neuen, starken oder sich verschlechternden Beschwerden sollte jedoch immer ärztlicher Rat eingeholt werden, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

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