Hörstörungen: Symptome, Ursachen & Behandlung beim HNO-Arzt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hörstörungen können Menschen jeden Alters betreffen und die Kommunikation, das soziale Leben und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
  • Häufige Ursachen sind altersbedingter Hörverlust, Lärmexposition, Ohrinfektionen, Verletzungen, genetische Faktoren sowie bestimmte schwere Erkrankungen von Mittelohr, Innenohr und Hörnerv.
  • Typische Symptome reichen von vermindertem Hörvermögen und Verständnisschwierigkeiten bei hohem Umgebungslärm über Tinnitus, Druckgefühl im Ohr und Schwindel. In der Folge kommt es häufig zu einem sozialen Rückzug.
  • Die Diagnose wird durch einen HNO-Arzt mittels Anamnese, Ohruntersuchung und verschiedenen Hörtests gestellt. Je nach Befund können weitere bildgebende oder spezielle Untersuchungen nötig sein.
  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad und umfasst medikamentöse Therapien, Hörgeräte, Cochlea-Implantate, operative Eingriffe und Hörtherapien.
  • Konsequente Prävention durch Gehörschutz, regelmäßige Hörtests und einen gesunden Lebensstil kann die Hörleistung bis ins hohe Alter erhalten und deutlich verbessern.

Wer ist von Hörstörungen betroffen?

Hörstörungen können das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen und das soziale Miteinander erschweren. Es gibt verschiedene Auslöser für Hörverlust, die von natürlichen Alterungsprozessen bis hin zu Umweltfaktoren reichen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen Hörstörungen haben und wie sie behandeltwerden können.

Der natürliche Alterungsprozess ist eine der Hauptursachen für Hörverlust. Somit leiden insbesondere ältere Menschen an Schwerhörigkeit. Doch Jugend ist keinesfalls ein Garant für gutes Hören: Laute Geräusche, wie beispielsweise bei Konzerten oder in lauten Arbeitsumgebungen, können zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Hörverlust in jedem Lebensalter führen. Weitere Faktoren, wie Infektionen, genetische Veranlagungen oder das Vorliegen bestimmter Krankheiten, können ebenfalls zur Schädigung des Gehörs beitragen.

Die Behandlungsmöglichkeiten von Hörstörungen hängen von deren Ursache und dem Grad des Hörverlusts ab. Hörgeräte, Implantate oder medizinische Therapien bieten der Medizin ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um den Hörverlust zu mindern oder zu beheben. Ein frühzeitiges Erkennen der Auslöser ist entscheidend, um eine Ertaubung zu verhindern oder zu behandeln. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Gründe für Hörstörungen und informieren Sie über mögliche Behandlungsoptionen, damit Sie Ihr Gehör schützen und verbessern können.

Was sind Hörstörungen und welche Symptome treten auf?

Hörstörungen beziehen sich auf eine Beeinträchtigung des Gehörs, die in verschiedenen Formen auftreten kann. Sie können von milden Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache bis hin zu schwerem Hörverlust reichen, der die Kommunikation erheblich einschränkt. Diese Störungen können sowohl temporär als auch permanent sein und betreffen Menschen jeden Alters. Oftmals sind sie das Ergebnis von verschiedenen Faktoren, die sowohl physiologische als auch umweltbedingte Einflüsse umfassen.

Zu den häufigsten Symptomen einer Hörbeeinträchtigung gehören:

Um eine Hörstörung richtig zu diagnostizieren, ist es wichtig, frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen. Eine gründliche Untersuchung des Gehörs, einschließlich Hörtests und bildgebender Verfahren, kann helfen, die Art und Schwere der Störung zu bestimmen. Die rechtzeitige Erkennung ist entscheidend, um geeignete Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen und das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

Schallleitungs-, Schallempfindungs- und zentrale Hörstörungen

Es gibt verschiedene Arten von Hörstörungen, die sich in ihrer Natur und den betroffenen Bereichen des Gehörs unterscheiden. Die häufigsten Kategorien sind Schallleitungsstörungen, Schallempfindungsstörungen und zentrale Hörstörungen.

Die Unterscheidung zwischen diesen Arten von Hörminderungen ist wichtig, da sie unterschiedliche Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten mit sich bringen. Ein genaues Verständnis der Art der Hörstörung kann dabei helfen, die richtige Therapie auszuwählen und die besten Ergebnisse zu erzielen. Die richtige Diagnose erfordert oft die Expertise von Fachleuten wie HNO-Ärzten oder Audiologen, die mit modernen Diagnosetechniken arbeiten, um die Ursache zu identifizieren und geeignete Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Häufige Ursachen von Hörstörungen

Beeinträchtigungen des Gehörs können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Häufige Auslöser sind:

  • Ohrenschmalzblockaden oder Fremdkörper, die den Gehörgang verstopfen.
  • Infektionen wie Mittelohrentzündungen oder Gehörgangsentzündungen, die oft Schmerzen und Hörprobleme verursachen.
  • Lärmexposition, die zu dauerhaften Schäden an den Haarzellen im Innenohr führen kann.
  • Verletzungen oder Traumata des Ohrs oder Kopfes.
  • Erkrankungen wie Otosklerose, Cholesteatome oder Tumore am Hörnerv.
  • Genetische Veranlagung, die das Risiko für Hörstörungen erhöht.
  • Altersbedingter Hörverlust.

Schallleitungs-, Schallempfindungs- und zentrale Hörstörungen

Altersbedingter Hörverlust ist ein natürlicher Prozess, der bei vielen Menschen im Laufe der Zeit auftritt. Die Veränderungen im Hörvermögen sind oft schleichend und werden nicht immer sofort bemerkt. Zu den typischen Symptomen gehören

  • Schwierigkeiten beim Verstehen von Gesprächen, insbesondere in lauten Umgebungen.
  • Das Gefühl, dass Stimmen oft gedämpft oder verzerrt erscheinen.

In vielen Fällen liegt dieser Form des Hörverlusts eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen zugrunde.

Wie Prävention und regelmäßige Kontrollen helfen

Die Prävention spielt eine entscheidende Rolle, um altersbedingten Hörverlust hinauszuzögern oder zu verhindern. Regelmäßige Hörtests sind wichtig, um frühzeitig Veränderungen im Gehör zu erkennen. Zudem sollten Menschen darauf achten, ihre Ohren vor Lärm zu schützen, indem sie beispielsweise Gehörschutz verwenden, wenn sie sich in lauten Umgebungen aufhalten. Ein gesunder Lebensstil, der eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung umfasst, kann ebenfalls dazu beitragen, die Gesundheit der Ohren zu fördern und das Risiko von Hörverlust zu verringern.

Darüber hinaus ist es wichtig, Isolation zu vermeiden und soziale Interaktionen aufrechtzuerhalten, da Gespräche und der Austausch mit anderen Menschen helfen, das Gehör zu trainieren und die kognitiven Fähigkeiten zu fördern. Einige Studien haben gezeigt, dass Menschen, die aktiv am sozialen Leben teilnehmen, weniger anfällig für kognitive Beeinträchtigungen sind, die oft mit Hörverlust einhergehen. Die Aufklärung über die Risiken und die Bedeutung der Prävention kann dazu beitragen, das Bewusstsein für altersbedingten Hörverlust zu schärfen und betroffenen Personen zu helfen, aktiv Maßnahmen zu ergreifen.

Lärmbelastung als Ursache von Hörstörungen und die Wirksamkeit von Gehörschutz

Lärmbelastung ist eine der häufigsten Ursachen für Hörstörungen und betrifft Menschen in verschiedenen Lebensbereichen. In urbanen Gebieten sind die Geräuschlevel durch Verkehr, Bauarbeiten und Freizeitaktivitäten (etwa lautes Musikhören) oft hoch, was das Risiko für Hörschäden erhöht. Auch in bestimmten Berufen, wie im Bauwesen, in der Industrie oder in der Musikbranche, sind die Arbeiter häufig extremen Lärmpegeln ausgesetzt, die zu dauerhaften Schäden führen können. Die Sensibilisierung für die Gefahren von Lärmbelastung ist entscheidend, um präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Präventive Maßnahmen, die das Gehör schützen

Gehörschutz ist ein wirksames Mittel, um das Gehör vor schädlichen Geräuschen zu schützen. Es gibt verschiedene Arten von Gehörschutz für die Ohrmuschel, darunter Ohrstöpsel, Bügelgehörschutz und individuell angepasste Ohrstücke. Diese Produkte sind darauf ausgelegt, den Lärmpegel zu reduzieren, ohne die Klangqualität zu beeinträchtigen. Besonders in lauten Umgebungen, wie Konzerten oder Baustellen, sollte stets ein Gehörschutz verwendet werden, um das Risiko einer Lärmschwerhörigkeit zu minimieren.

Neben der Verwendung von Gehörschutz ist es auch wichtig, regelmäßige Pausen in lauten Umgebungen einzulegen, um den Ohren eine Erholungsphase zu gönnen. Darüber hinaus sollten Menschen, die häufig lauten Geräuschen ausgesetzt sind, regelmäßig ihren Hörstatus überprüfen lassen. Eine frühzeitige Erkennung von Hörveränderungen kann entscheidend sein, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen und weitere Schädigungen des Hörorgans zu vermeiden. Die Kombination aus Prävention und bewusstem Umgang mit Lärmbelastung kann dazu beitragen, die langfristige Gesundheit des Gehörs zu gewährleisten.

Ohrinfektionen und Entzündungen als Auslöser von Hörstörungen

Infektionen und Entzündungen des Ohres sind häufige Ursachen für temporäre und manchmal auch dauerhafte Hörstörungen. Mittelohrentzündungen, auch als Otitis media bekannt, sind besonders bei Kindern weit verbreitet. Diese Erkrankung kann durch Bakterien oder Viren verursacht werden und führt häufig zu Schmerzen, Fieber und Hörverlust. Unbehandelt können solche Infektionen zu Komplikationen führen und das Gehör nachhaltig schädigen.

Was sind die Symptome einer Mittelohrentzündung?

Die Symptome einer Ohrentzündung sind oft deutlich spürbar und umfassen nicht nur Beeinträchtigungen des Hörens, sondern auch Unwohlsein und Druckgefühle im Innenohr. In vielen Fällen kann eine frühzeitige Diagnose durch einen HNO-Arzt helfen, die Infektion effektiv zu behandeln. Maßnahmen wie Antibiotika zur Bekämpfung bakterieller Infektionen oder schmerzlindernde Medikamente können notwendig sein, um die Beschwerden zu lindern. In schweren Fällen kann sogar ein operativer Eingriff erforderlich sein, um Flüssigkeit aus dem Mittelohr abzuleiten.

Es ist wichtig, die Gesundheit der Ohren ernst zu nehmen und bei Anzeichen einer Infektion schnell zu handeln. Präventive Maßnahmen, wie das Vermeiden von Zigarettenrauch und das Aufrechterhalten einer guten Hygiene, können helfen, das Risiko von Ohrenentzündungen zu verringern. Zudem sollten Eltern auf Anzeichen von Ohrenbeschwerden bei ihren Kindern achten und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen, um bleibende Schäden am Gehör zu verhindern. Ein proaktiver Umgang mit Ohrinfektionen kann die langfristige Gesundheit des Hörsinns bewahren.

Verletzungen und Traumata des Ohres: Welche Folgen haben sie für das Gehör?

Verletzungen und Traumata des Ohres können zu akutem Hörverlust führen und sind oft sehr schmerzhaft. Solche Verletzungen können durch verschiedene Auslöser entstehen, wie:

In vielen Fällen führen diese Verletzungen zu einem sofortigen Hörverlust, der je nach Schweregrad der Verletzung temporär oder dauerhaft sein kann. Das Trommelfell kann reißen oder die kleinen Gehörknöchelchen im Mittelohr können beschädigt werden, was die Schallleitung beeinträchtigt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Ohrverletzungen?

Die Behandlung von Ohrverletzungen hängt von der Art und dem Ausmaß der Verletzung ab. In leichten Fällen kann eine konservative Behandlung ausreichen, während schwerere Verletzungen möglicherweise chirurgische Eingriffe erfordern, um das Gehör wiederherzustellen. Es ist wichtig, nach einer Verletzung schnellstmöglich einen Facharzt aufzusuchen, um die richtigen diagnostischen Schritte einzuleiten und geeignete Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen.

Um das Risiko von Ohrverletzungen zu minimieren, sollten Menschen in gefährdeten Situationen immer geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu gehört das Tragen von Helmen oder Ohrenschutz bei sportlichen Aktivitäten oder in gefährlichen Arbeitsumgebungen. Die Sensibilisierung für die Risiken und die Bedeutung des Gehörschutzes kann dazu beitragen, Ohrverletzungen zu verhindern und die langfristige Gesundheit des Gehörs zu fördern. Ein achtsamer Umgang mit potenziellen Gefahren ist entscheidend, um das Risiko von Hörstörungen durch Verletzungen zu minimieren.

Genetische Ursachen von Hörstörungen: Vererbung und Risiko

Genetische Ursachen spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Störungen des Hörsinns. Viele Menschen sind aufgrund ihrer genetischen Veranlagung anfälliger für unterschiedliche Formen des Hörverlusts. Es gibt zahlreiche genetische Mutationen, die das Risiko für Schallempfindungsstörungen erhöhen können, und diese Krankheiten können sowohl im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter auftreten. Bei einigen Menschen kann der Hörverlust bereits bei der Geburt vorhanden sein, während andere erst im Laufe ihres Lebens betroffen sind.

Die Erforschung genetischer Ursachen von Störungen des Gehörs hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Durch genetische Tests können Risikopatienten identifiziert werden, und es besteht die Möglichkeit, frühzeitig therapeutische Maßnahmen zu ergreifen oder präventive Strategien zu entwickeln. Zudem können Familienmitglieder, die möglicherweise ebenfalls betroffen sind, informiert werden. Die genetische Beratung spielt hierbei eine wichtige Rolle, um das Bewusstsein für familiäre Risikofaktoren zu schärfen und betroffenen Personen die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Kann ein genetisch bedingter Hörverlust geheilt werden?

Genetisch bedingte Hörbeeinträchtigungen können oft nicht geheilt, jedoch behandelt werden. Hörsysteme oder Cochlea-Implantate können den Betroffenen helfen, ihr Hörvermögen zu verbessern und das Wohlbefinden zu steigern. Die frühzeitige Diagnose und Intervention sind entscheidend, um die Auswirkungen der Erkrankung zu minimieren und den Betroffenen ein aktives und erfülltes Leben zu ermöglichen. Die Kombination von genetischer Forschung und modernen Behandlungsmethoden bietet vielversprechende Perspektiven für Menschen mit genetisch bedingten Hörstörungen.

Unterstützende Maßnahmen bei Schwerhörigkeit: Gehörschutz, Lebensstil, Hörtests

Die Behandlung von Störungen des Gehörs in unserem HNO-Zentrum in Wien richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und der betroffenen Region des Ohrs. Moderne Diagnostik und Technologie bieten vielfältige Optionen, um das Hörvermögen wiederherzustellen oder zu verbessern. Von medikamentöser Therapie bis hin zu chirurgischen Eingriffen – jede Behandlung wird in unserem HNO-Zentrum individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt.

Welche medikamentösen Therapien zur Behandlung von Hörstörungen gibt es?

Hörminderungen, die durch Infektionen oder Entzündungen im äußeren, mittleren oder inneren Ohr entstehen, lassen sich oft durch Medikamente behandeln.

  • Antibiotika: Werden bei bakteriellen Infektionen, wie Mittelohr- oder Gehörgangsentzündungen, eingesetzt, um die Entzündung zu bekämpfen und Folgeschäden zu verhindern.
  • Kortisonpräparate: Kommen bei entzündlichen Erkrankungen wie der plötzlichen Innenohrschwerhörigkeit (Hörsturz) oder bei Autoimmunreaktionen zum Einsatz. Kortison kann oral, intravenös oder direkt ins Mittelohr verabreicht werden, um Entzündungen zu lindern und die Durchblutung im Innenohr zu fördern.
  • Entzündungshemmende und abschwellende Medikamente: Diese helfen, Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren, insbesondere bei Erkrankungen wie einer Otitis media (Mittelohrentzündung) oder Otitis externa (Gehörgangsentzündung).

Cochlea-Implantate: Hightech-Lösung bei schwerem Hörverlust

Ein Cochlea-Implantat ist eine moderne Option für Patienten mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust, bei denen herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichend helfen.

  • Funktionsweise: Das Implantat umgeht das geschädigte Innenohr, indem es Schall in elektrische Signale umwandelt und den Hörnerv direkt stimuliert.
  • Einsatzbereich: Es wird vor allem bei Patienten mit Schallempfindungsschwerhörigkeit eingesetzt, die durch Schäden an den Haarzellen im Innenohr verursacht wird.
  • Chirurgischer Eingriff: Das Implantat wird in einer Operation eingesetzt. Anschließend folgt ein ausführliches Hörtraining, um die Wahrnehmung der Signale zu optimieren.
  • Langfristige Betreuung: Die Funktionalität des Cochlea-Implantats wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Hörgeräte: Wann ist deren Einsatz bei einer Hörminderung sinnvoll?

Hörgeräte sind eine der häufigsten und effektivsten Lösungen bei altersbedingtem oder chronischem Hörverlust. Sie verstärken Schallwellen und erleichtern damit die Kommunikation im Alltag.

  • Moderne Hörgerätetechnologie: Heute stehen nahezu unsichtbare, leistungsstarke Geräte zur Verfügung, die individuell an den Grad des Hörverlusts angepasst werden. Es gibt Modelle für das Tragen hinter dem Ohr (HdO) oder im Gehörgang (IdO).
  • Anpassung und Betreuung: Ein Hörakustiker oder HNO-Arzt passt das Gerät an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten an und optimiert die Einstellungen regelmäßig.
  • Digitale Hörgeräte: Viele Geräte verfügen über Bluetooth-Konnektivität und können mit Smartphones verbunden werden, um Klangprofile individuell zu steuern.

Operative Eingriffe: Können anatomische Schäden am Ohr behoben werden?

Manche Hörstörungen resultieren aus anatomischen oder mechanischen Problemen, die eine chirurgische Behandlung erfordern:

  • Trommelfellreparatur (Myringoplastik): Bei einem Loch im Trommelfell, das durch Infektionen oder Verletzungen entstanden ist, kann eine Myringoplastik das Trommelfell rekonstruieren und den Hörverlust beheben.
  • Rekonstruktion der Gehörknöchelchen (Ossikuloplastik): Schäden oder Versteifungen der Gehörknöchelchenkette oder der Gehörknöchelchen im Mittelohr, wie bei Otosklerose, können durch operative Maßnahmen behoben werden. Dabei werden die beschädigten Knöchelchen entweder ersetzt oder verstärkt, um die Schallübertragung wiederherzustellen.
  • Einlage von Paukenröhrchen: Bei chronischen Mittelohrentzündungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr können Paukenröhrchen helfen, das Ohr zu belüften und die Ansammlung von Flüssigkeit zu verhindern.

Hörtherapie und Rehabilitation: Wie gezieltes Training die Hörleistung verbessert

Nach einer Behandlung oder Operation kann eine gezielte Hörtherapie die Anpassung an das verbesserte Hörvermögen unterstützen.

  • Audiologische Rehabilitation: Hilft Patienten, die durch plötzlichen oder langanhaltenden Hörverlust Schwierigkeiten bei der Klangverarbeitung haben.
  • Tinnitus-Therapie: Für Patienten, die unter Ohrgeräuschen leiden, stehen spezielle Behandlungen wie Maskierungstherapien oder kognitive Verhaltenstherapien zur Verfügung.

Unterstützende Maßnahmen bei Schwerhörigkeit: Gehörschutz, Lebensstil, Hörtests

Neben den etablierten Behandlungen gibt es unterstützende Maßnahmen, die das Gehör schützen und die Hörleistung verbessern können:

  • Gehörschutz: Präventiver Schutz vor Lärm, z.B. durch Ohrstöpsel, um weiteren Schäden vorzubeugen.
  • Regelmäßige Hörtests: Essenziell, um Hörveränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
  • Ernährung und Lebensstil: Eine gesunde Ernährung, die reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren ist, kann die Durchblutung im Innenohr fördern und das Risiko für altersbedingten Hörverlust reduzieren.

Häufige Fragen zu Hörstörungen

Welche typischen Symptome weisen auf eine Hörbeeinträchtigung hin?

Typische Symptome sind ein vermindertes Hörvermögen, Probleme beim Verstehen von Gesprächen – vor allem in lauter Umgebung –, ständiges Rauschen oder Pfeifen (Tinnitus) sowie eine erhöhte Höranstrengung. Angehörige erkennen eine Hörstörung häufig daran, dass Betroffene das Fernsehen sehr laut stellen oder sich sozial zurückziehen.

Sie sollten rasch einen HNO-Arzt konsultieren, wenn Gespräche anstrengend werden, Sie häufiger nachfragen müssen, Geräusche dumpf wirken oder wenn Ohrgeräusche, Schmerzen oder ein plötzlicher Hörverlust auftreten.

Ja, auch Neugeborene und Kinder können betroffen sein. Neben angeborenen Ursachen sind in diesem Alter Mittelohrentzündungen oder Flüssigkeit im Mittelohr häufige Auslöser. Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr Kind häufig nachfragt, sehr laut spricht, über Schmerzen klagt oder kaum auf Ansprache reagiert. Es ist entscheidend, frühzeitig einen HNO-Arzt aufzusuchen, um irreparable Folgeschäden zu vermeiden.

Es werden Schallleitungsstörungen (Problem bei der Schallübertragung im Außen‑/Mittelohr), Schallempfindungsstörungen (Schädigung von Innenohr oder Hörnerv) und zentrale Hörstörungen (Störung der Signalverarbeitung im Gehirn) unterschieden.

Mögliche Auslöser sind ein Hörsturz, eine akute Mittelohrentzündung, Verletzungen des Trommelfells oder der Gehörknöchelchen, Durchblutungsstörungen, traumatische Ereignisse wie Explosionen sowie in seltenen Fällen Tumore.

Sie zeigt sich meist durch plötzlich einseitig schlechteres Hören, Taubheitsgefühle, ein Druck- oder Wattegefühl im Ohr sowie Tinnitus, also Ohrgeräusche wie Rauschen oder Pfeifen. Manchmal kommt auch Schwindel hinzu.

Welche Krankheiten führen zu Hörverlust?

Häufige Auslöser sind Mittelohr- und Gehörgangsentzündungen, Otosklerose, Morbus Menière sowie Tumore am Hörnerv. Auch Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen können das Ohr schädigen.

Nach der Anamnese und der Untersuchung mit dem Ohrmikroskop werden Hörtests durchgeführt, beispielsweise Ton- und Sprachaudiometrien. Bei Bedarf kommen bildgebende Verfahren oder zusätzliche Spezialuntersuchungen zum Einsatz, um die Auslöser und den Schweregrad zu klären.

Einige Hörstörungen, die beispielsweise durch einen Ohrenschmalzpfropf, akute Entzündungen oder bestimmte Verletzungen verursacht werden, sind gut behandelbar und teilweise sogar reversibel. Andere, vor allem innenohrbedingte Schäden, sind hingegen meist dauerhaft. Sie können jedoch mit Hörsystemen kompensiert werden.

Dauerhaft hohe oder wiederholt extreme Lärmpegel (zum Beispiel bei Konzerten oder auf Baustellen) schädigen die Haarzellen im Innenohr und können zu Lärmschwerhörigkeit führen. Ohne Gehörschutz steigt das Risiko für eine lärmbedingte Schwerhörigkeit deutlich an.

Vermeiden Sie laute Umgebungen oder nutzen Sie für das Außenohr einen Gehörschutz. Halten Sie die Lautstärke bei Kopfhörern moderat. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung. Lassen Sie Ihr Gehör zudem regelmäßig prüfen, um bei beginnenden Auffälligkeiten rasch reagieren zu können.

Neben medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten stehen vor allem moderne Hörsysteme im Vordergrund. In besonders schweren Fällen kommen Cochlea-Implantate zum Einsatz. Zudem sind Hörtherapien eine wirksame Behandlungsform: Einerseits helfen sie, sich an die neuen Hörhilfen zu gewöhnen, andererseits ermöglichen sie einen besseren Umgang mit Hörstörungen wie Tinnitus.

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