Der Nervus facialis hat einen komplexen Verlauf. Er gibt jeweils einen Ast zur Tränendrüse, zu einem Mittelohrmuskel und zur Zunge ab. Eine Parese kann sich, abhängig vom Ort und der Ausprägung der Schädigung, durch verschiedene Symptome in unterschiedlichen Schweregraden äußern.
Meist zeigt sich eine Fazialisparese plötzlich durch eine einseitige Schwäche oder vollständige Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Typische Symptome sind
Außerdem können das Gehör, der Tränenfluss und der Geschmackssinn betroffen sein.
Der Gesichtsnerv, auch Nervus facialis genannt, ist der siebte Hirnnerv. Er versorgt und steuert die mimische Muskulatur unseres Gesichts. Von einer Fazialisparese bzw. Gesichtslähmung spricht man, wenn eine Funktionsstörung dieses Nervs vorliegt (Parese = griechisch für „Erschlaffung“).
Welche Formen der Fazialisparese es gibt und wie eine Gesichtslähmung behandelt wird, erfahren Sie hier.
Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche Untersuchung beim HNO-Arzt oder der HNO-Ärztin, wobei der die Gesichtsmotorik und Mimik genau geprüft werden. Ergänzend können weitere Tests wie Geruchs- und Geschmackstests, eine endoskopische Untersuchung der Nase und Ohren sowie eine Bildgebung (MRT oder CT) notwendig sein, um zentrale Ursachen wie Schlaganfall oder Tumoren auszuschließen. In manchen Fällen werden zusätzlich Blutuntersuchungen auf Infektionen (z. B. Borreliose, Herpes zoster) durchgeführt.
Die zeitnahe und präzise Abklärung ist entscheidend dafür, dass möglichst schnell die passende Therapie eingeleitet werden kann. In unserer HNO-Praxis in Wien können Sie Ihren Termin einfach online vereinbaren.
Eine Fazialisparese wird in der klinischen Praxis nach dem House-Brackmann-Score (HBS) in sechs Schweregrade eingeteilt. Dieses international gebräuchliche System beschreibt die Funktion des Gesichtsnervs von Grad I (normal) bis Grad VI (vollständige Lähmung).
Diese Einteilung ist insbesondere in der Verlaufsbeobachtung von großer Wichtigkeit. Sie sorgt dafür, dass kleine Nuancen der Verbesserung oder Verschlechterung gut dokumentiert werden können.
Normale Gesichtsmotorik, keine Einschränkung.
Auffällige Asymmetrie in Ruhe, kein Stirnrunzeln mehr möglich, inkompletter Lidschluss.
Eine Lähmung des Gesichtsnervs kann viele Ursachen haben. Anhand des Bildes der Lähmung (ist die Stirn mit betroffen?) kann meist schon eine zentrale Ursache von einer peripheren Ursache abgegrenzt werden. Eine weitere Unterscheidung ist dabei jedoch nur selten möglich – das heißt, dass ein konkreter Auslöser für eine Gesichtslähmung meist nicht gefunden wird.
Häufige Ursachen sind:
Bei einem Großteil der Betroffenen heilt eine periphere Fazialisparese innerhalb der ersten Wochen aus. Je nach Literaturquelle liegen die Heilungschancen bei bis zu 85% innerhalb der ersten 4 bis 8 Wochen. In manchen Fällen zeigt sich auch erst nach Monaten eine Besserung der Gesichtslähmung.
Wichtig ist, zu Beschwerdebeginn eine zentrale Ursache von einer peripheren abzugrenzen. Ursachen für eine zentrale Fazialisparese sind u. a. eine Hirnblutung, ein Schlaganfall oder Tumore des Gehirns. Generell sind die Heilungschancen bei einer idiopathischen Fazialisparese gut. Ein Therapiebeginn in den ersten Tagen der Erkrankung wird empfohlen. Bei HNO21 können Sie Ihren Termin für eine rasche Abklärung einfach online vereinbaren.
Bei der Fazialisparese ist die Therapie abhängig von der Ursache. Deshalb muss vor Behandlungsbeginn geklärt werden, ob eine periphere Ursache oder eine zentrale Ursache vorliegt.
Eher selten lässt sich eine konkrete Ursache für die Fazialisparese ausmachen. Ist dies der Fall, sollte sie so rasch wie möglich behandelt werden.
Wenn kein konkreter Auslöser gefunden werden kann und eine sogenannte idiopathische Fazialisparese vorliegt, ist das Vermeiden von Komplikationen (z.B. trockenes Auge) und die Linderung der Beschwerden von zentraler Wichtigkeit.
Bei einer Fazialisparese ist der Fazialisnerv in seiner Funktion gestört. Das macht sich in einer Lähmung der Gesichtsmuskeln bemerkbar. Betroffene haben zum Beispiel Schwierigkeiten beim Lächeln (der Mund hängt einseitig herab), können die Augenlider nicht mehr richtig schließen oder haben Probleme beim Stirnrunzeln und Naserümpfen.
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Fazialisparese auslösen können. Liegt die Ursache im Gehirn, spricht man von einer zentralen Parese, die zum Beispiel durch Schlaganfall, Tumore oder Entzündungen bedingt sein kann. Liegt die Ursache im Verlauf des Nervus facialis außerhalb des Gehirns, spricht man von einer peripheren Parese. In vielen Fällen lässt sich zwar eine zentrale Ursache ausschließen, ein konkreter Auslöser wird aber nicht gefunden. Dann spricht man von einer idiopathischen peripheren Fazialisparese, auch Bell-Parese genannt.
Die Behandlung einer Fazialisparese (Gesichtslähmung) hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Bei einer idiopathischen peripheren Parese stehen meist eine Kortisontherapie, Physiotherapie, Augenschutzmaßnahmen wie ein Uhrglasverband, Augentropfen oder -salben sowie gegebenenfalls Vitamin-B-Präparate im Vordergrund. Liegt eine konkrete Ursache wie eine Infektion, ein Trauma oder ein Tumor vor, wird diese gezielt behandelt.
Ob man mit einer Fazialislähmung arbeitsunfähig ist, hängt vom Schweregrad der Gesichtslähmung und von der beruflichen Tätigkeit ab. Bei geringer Ausprägung können viele Betroffene weiterhin arbeiten, die eingeschränkte Mimik kann aber als große Belastung empfunden werden. Bei einer stärker ausgeprägten Gesichtslähmung wird in der Regel eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die genaue Einschätzung trifft der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin, der/die auch die zugrunde liegende Ursache berücksichtigt.
Wie lange eine Fazialisparese dauert, hängt von der Ursache ab. Eine periphere Fazialisparese (Schädigung im Nervenverlauf, nicht im Gehirn) heilt bei den meisten Betroffenen innerhalb der ersten Wochen aus. Die Heilungsschancen liegen, je nach Quelle, bei bis zu 85% innerhalb der ersten 4 bis 8 Wochen. In manchen Fällen zeigt sich auch erst nach Monaten eine Besserung der Gesichtslähmung.
Mit 25 Fällen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr ist die Fazialisparese die häufigste Lähmung eines Hirnnervs. In 3 von 4 Fällen tritt sie als einseitige, idiopathische periphere Parese auf. Das heißt, dass keine fassbare Ursache für den Funktionsverlust zu finden und eine zentrale Ursache auszuschließen ist.
Von einer idiopathischen Fazialisparese wird gesprochen, wenn keine konkrete Ursache für die Gesichtslähmung gefunden werden kann. Das ist bei einem Großteil der Fälle so.
Eine periphere Fazialisparese ist eine Schädigung des Nervus facialis (Gesichtsnervs) ohne Ursache im Gehirn. Sie betrifft die mimische Muskulatur, kann plötzlich auftreten und äußert sich typischerweise durch einen hängenden Mundwinkel, eingeschränktes Stirnrunzeln und unvollständigen Lidschluss. Meist ist sie einseitig und in vielen Fällen idiopathisch (Bell-Parese).
Eine plötzlich auftretende einseitige Gesichtslähmung sollte umgehend HNO-ärztlich oder neurologisch abgeklärt werden, um eine zentrale Ursache wie Schlaganfall oder Tumor auszuschließen. Gleichzeitig können Maßnahmen wie Augenschutz bei unvollständigem Lidschluss, Physiotherapie und eine frühzeitige medikamentöse Behandlung (z. B. Kortison) eingeleitet werden. Je schneller die Ursache erkannt und die Therapie begonnen wird, desto besser sind die Chancen auf vollständige Wiederherstellung der Gesichtsmotorik.
Bei einer Fazialisparese (Gesichtslähmung) hilft der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) bzw. die HNO-Ärztin. Er/sie kann die Gesichtsmotorik, Ursachen und begleitende Symptome gezielt untersuchen. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an weitere Spezialist:innen
Für den Erstbesuch sind keine speziellen Vorbereitungen notwendig.
Es wird empfohlen:
• e-card und Lichtbildausweis mitzubringen
• Vorhandene medizinische Befunde und Medikamentenliste
bereitzuhalten
• Etwa 5 Minuten vor dem Termin in der Ordination einzutreffen
(Spielecke vorhanden)
Das Team von HNO 21 – Ihre HNO-Ordination in Floridsdorf ist bemüht, den Ablauf so effizient und angenehm wie möglich zu gestalten.