Neurinome (auch das Akustikusneurinom) zählen zu den gutartigen Veränderungen. Mit etwa einem neuen Fall je 100.000 Einwohner:innen pro Jahr handelt es sich um eine eher seltene Erkrankung.
Ein Akustikusneurinom entsteht aus der Nervenhülle (Schwannzellen) des 8. Hirnnerven (Nervus vestibulocochlearis). Häufig ist der Gleichgewichtsanteil des 8. Hirnnerven betroffen. Dieser leitet Informationen vom peripheren Gleichgewichtsorgan im Ohr an das Gehirn weiter.
Das Akustikusneurinom wächst im inneren Gehörgang (Felsenbein) bzw. im Kleinhirnbrückenwinkel. Dieser liegt zwischen Groß- und Kleinhirn. Durch das Wachstum des Tumors können in seiner Umgebung auch weitere Hirnnerven betroffen sein.
Abhängig von Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit können die Symptome sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Beschwerden entstehen durch Druck auf die betroffenen Nerven.
Auch das Sehen von Doppelbildern ist möglich.
Bei einer auffälligen, langsam zunehmenden einseitigen Hörstörung sollte in jedem Fall ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt oder eine Hals-Nasen-Ohrenärztin aufgesucht werden. Klassischerweise können auch ein zusätzlicher Tinnitus (Ohrgeräusche) und Schwindel auffällig sein.
Die ärztliche Abklärung eines Akustikusneurinoms kann verschiedene Untersuchungen umfassen.
Die ärztliche Abklärung eines Akustikusneurinoms kann verschiedene Untersuchungen umfassen.
Neben einer gründlichen Erhebung der Krankengeschichte sollten eine Ohrmikroskopie inkl. Hörtest und eine Gleichgewichtsprüfung veranlasst werden. Der Hörtest ergibt dabei typischerweise einen einseitigen Hörverlust und im fortgeschrittenen Stadium auch eine Einschränkung des Sprachverständnisses. Neben einem Hörtest können auch weitere spezielle Tests sinnvoll und zielführend sein.
Bei Vorliegen dieser einseitigen Hörstörung ist es auch erforderlich, eine MRT des Gehirns inklusive des Kleinhirnbrückenwinkels und beider Felsenbeine zu veranlassen. Durch die leichtere Verfügbarkeit der MRT (Magnetresonanztomographie) werden Akustikusneurinome heute meist früher diagnostiziert als in der Vergangenheit.
Bei Verdacht auf ein Akustikusneurinom sind Dr. Stefan Edlinger und sein Team bei HNO21 Ihre kompetenten Ansprechpartner in Wien – einen Termin können Sie einfach online vereinbaren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um ein Akustikusneurinom zu behandeln. Welche davon in Frage kommen, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Lage und Größe des Tumors, der klinischen Beschwerden sowie des Alters des/der Betroffenen ab.
Die therapeutischen Optionen des Akustikusneurinoms sind:
Verlaufsbeobachtung und regelmäßige MRT-Verlaufskontrolle
Diese Optionen werden in spezialisierten Zentren wie etwa dem AKH Wien angeboten. Die Wachstumsgeschwindigkeit eines Akustikusneurinoms kann dabei leider nicht vorhergesehen werden.
Die Begriffe Schwann-Zellen-Tumor, Vestibularisschwannom und Akustikusneurinom bezeichnen einen gutartigen Tumor, der aus der Nervenhülle (Schwann-Zellen) des 8. Hirnnerven (Nervus vestibulocochlearis) entsteht. Häufig betrifft er den Gleichgewichtsanteil dieses Nervs.
Typisches Anzeichen ist eine einseitige, meist langsam zunehmende Hörminderung. Häufig treten einseitiger Tinnitus sowie Schwindel und/oder Gleichgewichtsstörungen auf. Bei größeren Tumoren kann es im Verlauf zu Taubheitsgefühl/Empfindungsstörungen im Gesicht, seltener zu einer Fazialisparese (Lähmung des Gesichtsnerven) und gelegentlich auch zu Kopfschmerzen oder vorübergehendem Doppelbildsehen kommen.
Die Behandlung eines Akustikusneurinoms richtet sich vor allem nach Tumorgröße, Wachstum, Beschwerden und Alter/Gesundheitszustand. Häufig gibt es drei Optionen: Kontrolliertes Abwarten mit regelmäßigen MRT- und Hörkontrollen (bei kleinen, langsam wachsenden Tumoren), stereotaktische Bestrahlung (z. B. Gamma Knife) zur Wachstumshemmung oder Operation in einem spezialisierten Zentrum. Welche Strategie sinnvoll ist, wird individuell nach Befunden und Risiken (v. a. Hör- und Gesichtsnervenfunktion) entschieden.
Beim Gamma Knife handelt es sich um eine Art der Bestrahlung (stereotaktische Radiochirurgie): Das Akustikusneurinom wird nicht operiert, sondern mit sehr präzise gebündelten Strahlen behandelt, um das Wachstum zu stoppen (manchmal schrumpft der Tumor später). Zuerst erfolgen MRT/CT und Bestrahlungsplanung, anschließend die Behandlung meist ambulant und ohne Schnitt. Der Effekt tritt verzögert ein, daher sind MRT-Kontrollen zur Verlaufskontrolle wichtig.