Tubenbelüftungsstörung:
Diagnose & Behandlung in Wien

Das Wichtigste zu Tubenbelüftungsstörungen in Kürze:

  • Tubenbelüftungsstörungen sind ein sehr häufiges Symptom und treffen Patient:innen in jedem Lebensalter.
  • Eine Tubenbelüftungsstörung tritt auf, wenn die Eustachische Röhre nicht ordnungsgemäß funktioniert und es zu Problemen mit dem Druckausgleich kommt oder die Tube ständig geöffnet bleibt (Tuba aperta).
  • In der Regel bilden sich die Symptome einer Tubenbelüftungsstörung innerhalb einiger Tage bis einiger weniger Wochen wieder vollständig zurück. Deshalb ist eine Behandlung oft nicht erforderlich.
  • Es gibt aber einige Maßnahmen, die bei einer Tubenbelüftungsstörung Erleichterung bringen können. Dazu gehört zum Beispiel die regelmäßige Durchführung eines Druckausgleichs, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Kauen von Kaugummi oder das Schlafen mit erhöhtem Kopf.

Was ist eine Tubenbelüftungsstörung?

Eine Tubenbelüftungsstörung ist eine eingeschränkte Nasen-/Ohrenbelüftung.

Die Belüftung erfolgt über eine kleine und dünne Röhre. Diese Ohrtrompete (auch Eustachische Röhre oder Tuba Auditiva genannt) verbindet das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum. Liegt eine eingeschränkte oder gestörte Funktion der Eustachischen Röhre vor, spricht man von einer Tubenbelüftungsstörung.

Welche Aufgaben hat die Eustachische Röhre (Tuba Auditiva)?

Die Eustachische Röhre (Tuba Auditiva) besteht aus zwei Teilen, einem knöchernen und einem knorpeligen Anteil. Der knorpelige Teil liegt nasenwärts und ist länger als der knöcherne Anteil. Im Normalzustand ist die Tube zum Schutz vor aufsteigenden Infektionen aus dem Nasen- und Rachenbereich geschlossen.

Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenwelt

Die Hauptaufgabe der Eustachischen Röhre liegt darin, den Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und der Außenwelt zu ermöglichen. Das ist klassischerweise bei Höhenunterschieden, beim Tauchen, Fliegen oder auch beim Fahren von z.B. Bergstraßen nötig. Sie öffnet sich normalerweise beim Schlucken oder Gähnen, um Luft in das Mittelohr zu lassen und den Druck auszugleichen, sodass in den Mittelohren und der Außenwelt immer der gleiche Druck vorliegt.

Symptome einer Tubenbelüftungsstörung

In der Regel fällt eine Tubenbelüftungsstörung nicht immer sofort auf. Wenn eine Tubenbelüftungsstörung sich bemerkbar macht, ist oftmals ein unangenehmes Druckgefühl auf dem betroffenen Ohr zu bemerken. Zusätzlich können auch Schmerzen auftreten, vor allem beim Schlucken.

Häufige Symptome einer Tubenbelüftungsstörung sind:

Welche Ursachen können zu einer Tubenbelüftungsstörung führen?

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Belüftungsstörung der Ohren führen können. Dazu gehören:

Behandlung einer Tubenbelüftungsstörung

Da sich Tubenbelüftungsstörungen meist innerhalb weniger Tage zurückbilden, ist eine Therapie nicht immer zwingend erforderlich. Dennoch können einige Maßnahmen schon von Beginn an eine Erleichterung bringen.

Die Behandlung einer Tubenbelüftungsstörung hängt von der zugrunde liegenden Ursache und der Schwere der Symptome ab. Sie kann von einfachen Maßnahmen bis hin zur operativen Sanierung einer Tubenbelüftungsstörung reichen.

Hilfreiche Tipps und Tricks vom HNO-Arzt​

Nicht immer wird eine Ursache einer Tubenbelüftungsstörung gefunden. In diesem Fall geht man von einer beeinträchtigten bzw. einer Unterfunktion der Eustachischen Röhre aus. Diese Unterfunktion kann meist mit einigen Tipps und Tricks behoben werden. Ziel der Therapie ist eine Verbesserung der Tubenfunktion über ein Abschwellen der Nasen- und Tubenschleimhaut und eine Verbesserung der muskulären Tubenöffnung (u.a. Musculus tensor veli palatini).

Folgende Tipps können bei einer Tubenbelüftungsstörung helfen:

  • Zu Beginn empfiehlt es sich, alle 30 Minuten einen Druckausgleich durchzuführen, also ca. 20 bis 30 Mal am Tag. Dieses Muskeltraining für die Eustachische Röhre führt zu einer Stärkung der „Tubenmuskeln“ und damit zu einer Verbesserung der Tubenfunktion. Für einen solchen Druckausgleich verschließen Sie Ihre Nase mit Daumen und Zeigefinger und drücken Luft aktiv in Ihre Ohren. Dabei sollte idealerweise ein Knacken in beiden Ohren zu „hören“ sein.
  • Für Kinder empfehlen sich „Trainingsgeräte“ wie ein Otovent oder Otobar-Ballon.
  • Auch durch das Kauen von Kaugummi oder das Gähnen wird die Muskulatur um die Eustachische Röhre aktiviert, was dabei helfen kann, sie zu öffnen und den Druckausgleich zu erleichtern.
  • Schlafen mit erhöhtem Kopf lässt Flüssigkeit aus dem Mittelohr leichter abfließen.
  • Zudem sollten Sie reichlich trinken. Das kann angesammeltes Sekret verdünnen und aus Nase und Ohr leichter abfließen lassen.
  • Vermeiden Sie Rauchen (aktiv und passiv).
  • Um die Nasenschleimhaut zu pflegen und abzuschwellen, kann zwei Mal am Tag eine Nasenspülung empfohlen werden. Hierzu können Sie fertige Salzmischungen verwenden oder diese selbst herstellen: Lösen Sie einen Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser auf und bringen Sie diese „Mischung“ mittels einer Nasendusche in die Nase ein, um die Nase „auszuwaschen“. Je nach Ausprägung der Belüftungsstörung wird diese Maßnahme durch die Verabreichung von örtlich wirkenden Kortisonsprays unterstützt.
  • Abschwellende Nasentropfen sollten nicht verwendet werden, da diese auf Dauer schädlich für die Nasenschleimhaut und Nasenrachenschleimhaut sind.

Ballondilation

Helfen die oben genannten Maßnahmen nicht, kann eine kleine Operation Abhilfe schaffen.

Bei der Ballondilatation wird in Narkose ein Einführinstrument durch die Nase vor die Ohrtrompete geführt und ein kleiner Katheter in die Ohrtrompete eingebracht. Der Ballon wird auf 10 bar aufgeblasen, kurz in der Tube belassen und die „Röhre“ so dauerhaft erweitert.

Häufige Fragen zu Rachenmandeln (Adenoiden)

Was ist eine Tubenbelüftungsstörung?

Eine Tubenbelüftungsstörung ist eine Funktionsstörung der Eustachischen Röhre (Tuba auditiva), auch Ohrtrompete genannt. Diese feine Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum sorgt normalerweise für einen Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenwelt und schützt das Mittelohr vor Infektionen. Wenn sie nicht richtig funktioniert, kann sich Luft oder Sekret im Mittelohr sammeln, was zu einem Druckgefühl, Hörproblemen und weiteren Beschwerden führen kann.

Typische Anzeichen einer Tubenbelüftungsstörung sind ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr, Ohrenschmerzen und das Gefühl, „verschlagene“ Ohren zu haben. Viele Betroffene berichten von Knacken oder Glucksen beim Schlucken, Hörminderung oder dumpfem Hören wie „unter Wasser“. In manchen Fällen treten auch Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindelgefühle oder Autophonie auf, bei der die körpereigene Geräusche wie die eigene Stimme oder Atmung ungewöhnlich laut wahrgenommen werden.

Eine Tubenbelüftungsstörung kann verschiedene Auslöser haben. Häufig kommt es durch Infekte der oberen Atemwege, chronischen Schnupfen oder Probleme mit den Nasennebenhöhlen zu einer Schwellung der Schleimhaut. Auch Allergien, Adenoide („Polypen“) im Kindesalter, eine behinderte Nasenatmung oder anatomische Besonderheiten wie eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können die Funktion beeinträchtigen. Seltener liegt die Ursache in einem Tumor, Bestrahlungen von Kopf und / oder Nase oder einem Drucktrauma.

In vielen Fällen klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Um die Symptome zu mildern, können Betroffene aber selbst einiges tun. Es ist empfehlenswert, regelmäßig (ca. alle 30 Minuten) einen Druckausgleich durchzuführen, indem man die Nase zuhält und Luft in die Ohren presst, bis ein Knacken zu hören ist. Auch Kaugummikauen, Schlucken oder Gähnen trainieren die Muskulatur und erleichtern das Öffnen der Tube. Das Trinken von viel Flüssigkeit, der Verzicht auf Nikotin und das Schlafen mit leicht erhöhtem Kopf sind weitere hilfreiche Maßnahmen. Bestehen die Probleme länger oder treten starke Schmerzen auf, sollte unbedingt ein HNO-Arzt oder eine HNO-Ärztin aufgesucht werden.

Eine Nasenspülung befeuchtet und pflegt die Schleimhäute und wirkt abschwellend. Dazu wird eine Salzlösung in die Nase gespült, entweder mit einer Nasendusche oder einem speziellen Spülgerät. Man kann fertige Präparate aus der Apotheke verwenden oder selbst eine Lösung herstellen, indem ein Teelöffel Salz in einem Liter Wasser aufgelöst wird. Die Flüssigkeit spült Schleim, Keime und Allergene aus und erleichtert so das Abfließen von Sekret aus Nase und Mittelohr.

Wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, kann eine kleine Operation bei einer Tubenbelüftungsstörung helfen. Ein modernes Verfahren ist die Ballondilatation der Eustachischen Röhre: Dabei wird unter Narkose ein kleiner Katheter über die Nase bis zur Ohrtrompete vorgeschoben. Ein Ballon wird kurzzeitig aufgeblasen, um die enge Passage zu erweitern. Dadurch kann die Belüftung des Mittelohres langfristig verbessert und eine normale Funktion wiederhergestellt werden.

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